Revision der ISO 50001: Neue EnMS-Norm 2018 erwartet

Die Grundstruktur aller neuen und revidierten ISO-Normen bildet seit dem Jahr 2012 die sog. „High Level Structure“ (HLS). Diese soll dafür sorgen, dass sich Unternehmen im Rahmen von Managementsystemen verstärkt mit ihrem Kontext beschäftigen, daraus systematisch Risiken und Chancen ableiten und ihre Aktivitäten dementsprechend planen.

Die ISO-Welt ist konsequent. Viele technisch relevante Anforderungen aus der Revision finden sich bereits in den Regelungen der seit 14. Oktober 2017 geltenden Akkreditierungsnorm ISO 50003: nachvollzierbare Verbesserung der energiebezogenen Leistung, messtechnische Transparenz, Datenerfassungspläne. Daher wird die Transition jenen Unternehmen deutlich leichter fallen, die ihre Energiemanagementsysteme frühzeitig an die erhöhten Kriterien der ISO 50003 anpassen.

Stakeholderanalyse als wichtige neue Forderung
Als Novum für das EnMS ist die geforderte Stakeholderanalyse zu nennen. Stakeholder oder interessierte Gruppen sind diejenigen, die von den unternehmerischen Tätigkeiten betroffen sind oder einen Einfluss auf das Unternehmen haben. Die klassische Definition umfasst zum Beispiel Eigentümer, Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Gesetzgeber, Fremdfirmen und Behörden. Eine Stakeholderanalyse führt dazu, dass interne und externe relevante Themen möglicherweise neu definiert oder ergänzt werden müssen.

Als interne Themen gelten strategische und operative Ziele, insbesondere Unternehmensstrategie, Asset Management Pläne, technologische Ausgereiftheit und betriebliche Risiken. Externe Themen sind etwa das Berücksichtigen staatlicher oder branchenspezifischer Anforderungen und die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Energieversorgung, die Entwicklung der Energiekosten, geopolitische Faktoren, Einwirkungen durch den Klimawandel und Ähnliches.

Interne und externe Themen sind laut dem neuen Paradigma bei der Festlegung des Anwendungsbereichs zu berücksichtigen. All dies kann dazu führen, dass der Anwendungsbereich erweitert und die energetische Planung im Rahmen der Zertifizierung angepasst werden muss.

Diese neue Dimension für das EnMS wird durch eine weitere verstärkte Anforderung der revidierten Norm unterstützt: den Führungskräften wird eine deutlich größere Bedeutung beigemessen, was eine vollständige Integration der Managementbelange in die betrieblichen Abläufe und Geschäftsprozesse sichern soll.

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